People of Cult and Glory

People of Cult and Glory

Beyond Time.

Manche Menschen tragen Vintage.

Andere leben eine Haltung, bei der die Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart irgendwann keine große Rolle mehr spielt.

Mirco Arrò gehört für mich zu diesen Menschen.

Wenn man ihm begegnet, fällt zunächst sein Stil auf. Mirco ist eigentlich immer außergewöhnlich gut angezogen. Nicht modisch im klassischen Sinne, nicht kostümiert und schon gar nicht beliebig retro.

Seine Kleidung wirkt vielmehr so, als hätte er aus unterschiedlichen Jahrzehnten genau die Dinge herausgenommen, die für ihn bis heute relevant geblieben sind.

Breitkrempiger Hut. Weste. Weite Hosen. Lederstiefel. Workwear. Schmuck. Tattoos. Eine Pfeife.

Alles hat seinen Platz.

Und dann entdeckt man seine Arbeit – und versteht, dass Kleidung und Handwerk bei Mirco zur gleichen Geschichte gehören.

1932 Co.

Unter dem Label 1932 Co. fertigt Mirco Ledertaschen und Accessoires.

Der Name ist dabei Programm.

Die Marke entstand aus seiner Faszination und Nostalgie für eine Vergangenheit, in der Gegenstände anders wahrgenommen wurden: Details hatten Bedeutung, handwerkliche Arbeit war selbstverständlich sichtbar und ein Produkt sollte nicht möglichst schnell ersetzt werden.

Genau diese Werte versucht Mirco mit 1932 in die Gegenwart zu übertragen.

Das Interessante daran: Er versucht nicht, historische Produkte einfach zu kopieren.

Er nimmt die Haltung dahinter ernst.

Gegen die industrielle Gleichförmigkeit

1932 setzt bewusst auf handwerkliche Prozesse statt auf industrielle Massenproduktion.

Die Stücke entstehen durch Handarbeit und sollen ihren eigenen, wiedererkennbaren Charakter besitzen. Arsutoria beschrieb Mircos Arbeit anlässlich der Lineapelle Designers Edition entsprechend als Verbindung von Tradition, Handwerk und einer intensiven Beschäftigung mit der Vergangenheit.

Und das sieht man den Dingen an.

Ein gutes Stück Leder ist für Mirco kein neutrales Ausgangsmaterial.

Es besitzt Oberfläche, Narbung, Farbe und Charakter.

Und vor allem kann es altern.

Genau darin liegt für mich die Verbindung zu unserer eigenen Arbeit.

Patina kann man nicht bestellen

Bei Cult and Glory beschäftigen wir uns viel mit alten Materialien.

Historischer Canvas, Denim, Leder – Materialien, die sich verändern dürfen und manchmal bereits Jahrzehnte hinter sich haben, bevor wir überhaupt mit ihnen arbeiten.

Mircos Lederwaren folgen einem verwandten Gedanken.

Ein handgefertigtes Lederprodukt muss nicht für immer aussehen wie am ersten Tag.

Ganz im Gegenteil.

Es soll benutzt werden.

Leder bekommt Kratzer. Es wird an manchen Stellen dunkler, an anderen heller. Es wird weicher. Die Oberfläche verändert sich durch Hände, Sonne, Regen und Zeit.

Irgendwann erzählt das Produkt etwas über seinen Besitzer.

Patina ist kein Finish. Patina ist Zeit.

Wenn der Mensch zur Marke passt

Bei Mirco finde ich besonders interessant, dass zwischen seiner Arbeit und seinem persönlichen Stil kaum eine Trennung existiert.

1932 wirkt nicht wie ein Branding-Konzept, das jemand für einen Markt entwickelt hat.

Wenn Mirco seine Kleidung trägt, seine Pfeife raucht oder in seinem Atelier Leder bearbeitet, versteht man unmittelbar, woher die Ästhetik seiner Produkte kommt.

Das macht einen Unterschied.

Denn Authentizität lässt sich schwer nachbauen.

Man kann einen Vintage-Look fotografieren.

Man kann ein Heritage-Logo gestalten.

Man kann eine Geschichte über Handwerk schreiben.

Aber irgendwann muss jemand tatsächlich an einer Werkbank stehen und etwas herstellen.

Mirco tut genau das.

Beyond Time

2025 öffnete Mirco anlässlich der Lineapelle Designers Edition sein Atelier und zeigte Besuchern seine Lederverarbeitung live.

Das Thema seines Auftritts lautete:

1932: Beyond Time.

Ein ziemlich treffender Begriff für seine Arbeit.

Denn eigentlich geht es gar nicht darum, in welchem Jahr etwas entstanden ist.

Die interessantere Frage lautet:

Ist es heute noch gut?

Wenn ein Material funktioniert, eine Konstruktion sinnvoll ist und ein Gegenstand schön altert – warum sollte er seine Bedeutung verlieren, nur weil sich die Mode verändert?

Stil ist etwas anderes als Mode

Das führt zu Mircos vielleicht auffälligstem Merkmal.

Seinem persönlichen Stil.

Mirco ist immer extrem gut angezogen.

Aber gerade bei ihm merkt man, wie groß der Unterschied zwischen Fashion und Style sein kann.

Mode verlangt Veränderung.

Stil verlangt Haltung.

Mirco kombiniert Vintage-inspirierte Kleidung, Workwear und klassische Elemente so selbstverständlich, dass daraus etwas Eigenes entsteht.

Nicht verkleidet.

Nicht nostalgisch.

Sondern persönlich.

Und vielleicht ist genau das die beste Art, mit Vergangenheit umzugehen.

Man muss sie nicht rekonstruieren.

Man nimmt das Gute mit und macht etwas Eigenes daraus.

People of Cult and Glory

Deshalb gehört Mirco für mich zu People of Cult and Glory.

Wie Ruedi Karrer mit seinem Denim.

Wie Matthias van Reimersdahl mit seinen Messern.

Wie Marco Sailer mit seinem Barber-Handwerk.

Mirco steht für Leder.

Für Handarbeit.

Für persönlichen Stil.

Und für die Überzeugung, dass wir nicht ständig etwas Neues brauchen, um etwas Interessantes zu schaffen.

Es sind genau solche Menschen, die ich mit People of Cult and Glory zeigen möchte.

Keine gecasteten Markenbotschafter.

Keine Menschen, die ein Produkt in die Kamera halten, weil sie dafür bezahlt werden.

Sondern Menschen, denen ich auf meinem eigenen Weg begegnet bin.

Menschen mit einer Geschichte.

Menschen mit einer Haltung.

Menschen, die etwas können.

Mirco Arrò ist einer davon.

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